Greenwashing-Selbst-Test in 10 Minuten
Du brauchst keine Compliance-Abteilung, um die offensichtlichen Greenwashing-Risiken auf deiner Website zu finden. Eine systematische Stichproben-Suche dauert 10 Minuten — und deckt die naheliegenden Fundstellen auf, die Mitbewerber oder Verbände als Erstes finden würden.
Schritt 1: Startseite und Hauptkategorie-Seiten scannen (3 Min.)
Öffne deine Startseite und die wichtigsten Kategorien — meist sind das 3–5 URLs. Suche per Strg+F nach: „klimaneutral", „CO2-neutral", „klimafreundlich", „nachhaltig", „ökologisch", „grün", „umweltfreundlich".
Jeder Treffer ist ein Kandidat für nähere Prüfung. Halte URL und exakten Wortlaut in einer einfachen Liste fest — Notizblock oder Spreadsheet reicht.
Schritt 2: Produktseiten stichprobenartig prüfen (3 Min.)
Öffne 5 zufällige Produktseiten. Achte besonders auf Verpackungs-Bilder, Produkt-Beschreibungen und „Vorteile"-Bullet-Lists. Klima- und Umweltbehauptungen tauchen oft in der Produkt-Sub-Headline oder im Eigenschafts-Block auf.
Bei Versand-/Verpackungs-Hinweisen besonders kritisch lesen: „CO2-neutraler Versand", „klimakompensierter Versand", „nachhaltige Verpackung" sind die häufigsten Fundstellen.
Schritt 3: Blog und Über-uns durchgehen (2 Min.)
Über-uns-Seiten und Blog-Beiträge sind häufige Fundgruben — hier wird Geschichte erzählt, und Marketing-Sprache hat freien Lauf. Scanne die jüngsten 3–5 Blog-Beiträge und die Über-uns-Seite.
Achte besonders auf Eigen-Siegel und Selbst-Auszeichnungen: „Unser Nachhaltigkeits-Versprechen", „Green-Choice-Award", „Wir-haben-uns-verpflichtet"-Boxen.
Schritt 4: Footer und rechtliche Hinweise (1 Min.)
Werbeaussagen im Footer (z.B. „klimaneutrales Hosting", „CO2-neutrale Auslieferung") werden oft vergessen. Ein kurzer Blick reicht — meist gibt es 0–3 Treffer.
In den Versand-FAQ und im Checkout-Flow erscheinen oft „klimaneutraler Versand"-Hinweise; auch diese zählen als Werbeaussage und sind angreifbar.
Schritt 5: Sortieren und priorisieren (1 Min.)
Aus der Liste filtere drei Kategorien: (A) Per-se-Verbote — „klimaneutral", „CO2-neutral", „klimapositiv", Eigen-Siegel ohne Drittzertifizierung. (B) Generische Begriffe — „nachhaltig", „umweltfreundlich", „ökologisch", „grün" ohne Beleg. (C) Zukunfts-Versprechen — „Wir werden 2030 klimaneutral" ohne SBTi-Validierung.
Kategorie A trägt das höchste Risiko — diese pauschalen Klima-Aussagen fallen ab Stichtag unter die Schwarze Liste. Kategorie B ist nur mit Beleg haltbar (konkreter Aspekt + Nachweis). Kategorie C verlangt einen überprüfbaren Umsetzungsplan. Wie mit den Fundstellen umgegangen wird, entscheidet der Werbende — im Zweifel mit anwaltlicher Beratung.
- Kategorie A (Per-se-Verbot): „klimaneutral", „CO2-neutral", „klimapositiv", Eigen-Siegel
- Kategorie B (vague claim): „nachhaltig", „umweltfreundlich", „ökologisch", „grün"
- Kategorie C (Zukunfts-Versprechen): „bis 2030 klimaneutral", „Net Zero by 2040"
Wenn du fertig bist
Nach 10 Minuten hast du eine erste Liste der naheliegenden Fundstellen, je nach Größe der Seite. Das deckt nicht alles ab; ein vollständiger Audit-Scan über die gesamte Sitemap erfasst auch tiefer liegende Seiten, die die Stichprobe auslässt.
Aber: Du hast die Top-Risiken identifiziert und kennst die kritischen Fundstellen. Für einen vollständigen Scan (Sitemap-Crawl mit 146 Greenwashing-Begriffen) liefert der Greenwashing-Check die ersten 5 Seiten kostenlos und weist jede Fundstelle mit Rechtsgrundlage aus — reine Prüfung, keine Rechtsberatung.
Fazit
10 Minuten Stichproben-Audit decken die naheliegenden Fundstellen ab. Wer den Rest will, braucht einen systematischen Scan über die ganze Sitemap — das übernimmt der Greenwashing-Check. Erste 5 Seiten kostenlos, ohne Anmeldung.
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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Stand: 2026-06-08.
