Greenwashing-Selbst-Test in 10 Minuten
Du brauchst keine Compliance-Abteilung, um die offensichtlichen Greenwashing-Risiken auf deiner Website zu finden. Eine systematische Stichproben-Suche dauert 10 Minuten — und deckt erfahrungsgemäß 60–70% der Fundstellen auf, die später in Abmahnungen auftauchen.
Schritt 1: Startseite und Hauptkategorie-Seiten scannen (3 Min.)
Öffne deine Startseite und die wichtigsten Kategorien — meist sind das 3–5 URLs. Suche per Strg+F nach: „klimaneutral", „CO2-neutral", „klimafreundlich", „nachhaltig", „ökologisch", „grün", „umweltfreundlich".
Jeder Treffer ist ein Kandidat für nähere Prüfung. Halte URL und exakten Wortlaut in einer einfachen Liste fest — Notizblock oder Spreadsheet reicht.
Schritt 2: Produktseiten stichprobenartig prüfen (3 Min.)
Öffne 5 zufällige Produktseiten. Achte besonders auf Verpackungs-Bilder, Produkt-Beschreibungen und „Vorteile"-Bullet-Lists. Klima- und Umweltbehauptungen tauchen oft in der Produkt-Sub-Headline oder im Eigenschafts-Block auf.
Bei Versand-/Verpackungs-Hinweisen besonders kritisch lesen: „CO2-neutraler Versand", „klimakompensierter Versand", „nachhaltige Verpackung" sind die häufigsten Fundstellen.
Schritt 3: Blog und Über-uns durchgehen (2 Min.)
Über-uns-Seiten und Blog-Beiträge sind häufige Fundgruben — hier wird Geschichte erzählt, und Marketing-Sprache hat freien Lauf. Scanne die jüngsten 3–5 Blog-Beiträge und die Über-uns-Seite.
Achte besonders auf Eigen-Siegel und Selbst-Auszeichnungen: „Unser Nachhaltigkeits-Versprechen", „Green-Choice-Award", „Wir-haben-uns-verpflichtet"-Boxen.
Schritt 4: Footer und rechtliche Hinweise (1 Min.)
Werbeaussagen im Footer (z.B. „klimaneutrales Hosting", „CO2-neutrale Auslieferung") werden oft vergessen. Ein kurzer Blick reicht — meist gibt es 0–3 Treffer.
In den Versand-FAQ und im Checkout-Flow erscheinen oft „klimaneutraler Versand"-Hinweise; auch diese zählen als Werbeaussage und sind angreifbar.
Schritt 5: Sortieren und priorisieren (1 Min.)
Aus der Liste filtere drei Kategorien: (A) Per-se-Verbote — „klimaneutral", „CO2-neutral", „klimapositiv", Eigen-Siegel ohne Drittzertifizierung. (B) Generische Begriffe — „nachhaltig", „umweltfreundlich", „ökologisch", „grün" ohne Beleg. (C) Zukunfts-Versprechen — „Wir werden 2030 klimaneutral" ohne SBTi-Validierung.
Kategorie A streichen oder durch konkrete Reduktion ersetzen — dieser Block ist ab Stichtag schwarze-Liste-Verstoß. Kategorie B mit Beleg substanziieren oder reformulieren. Kategorie C mit SBTi-Validierung oder konkretem Reduktions-Pfad belegen.
- Kategorie A (Per-se-Verbot): „klimaneutral", „CO2-neutral", „klimapositiv", Eigen-Siegel
- Kategorie B (vague claim): „nachhaltig", „umweltfreundlich", „ökologisch", „grün"
- Kategorie C (Zukunfts-Versprechen): „bis 2030 klimaneutral", „Net Zero by 2040"
Wenn du fertig bist
Nach 10 Minuten hast du eine erste Liste — meist 5 bis 20 Fundstellen, je nach Größe der Seite. Das deckt nicht alles ab; ein vollständiger Audit-Scan findet typischerweise 3–5x mehr.
Aber: Du hast die Top-Risiken identifiziert und kannst direkt mit Reformulieren beginnen. Für einen vollständigen Scan (Sitemap-Crawl mit 146 Greenwashing-Begriffen) liefert der Greenwashing-Check die ersten 5 Seiten kostenlos.
Fazit
10 Minuten Stichproben-Audit decken erfahrungsgemäß 60–70% der Fundstellen ab. Wer den Rest will, braucht einen systematischen Scan über die ganze Sitemap — das übernimmt der Greenwashing-Check. Erste 5 Seiten kostenlos, ohne Anmeldung.
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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Stand: 2026-06-08.