„fair"
„Fair" ist außerhalb von Fairtrade-Zertifizierungen ein generischer Sozial-Begriff — ohne Drittzertifizierung wird er ab Stichtag angreifbar.
Was bedeutet „fair"?
„Fair" suggeriert Gerechtigkeit in der Lieferkette — gerechte Löhne, faire Arbeitsbedingungen, faire Preise für Produzenten in Entwicklungsländern. Das Wort hat anders als „klimaneutral" einen sozialen statt einen ökologischen Fokus, fällt aber unter denselben EmpCo-Tatbestand: Pauschale Behauptungen ohne Beleg sind irreführend.
Warum ist der Begriff kritisch?
Die EmpCo-Richtlinie deckt nicht nur Umwelt-, sondern auch Sozial-Behauptungen ab (Art. 6 Abs. 1 UGP-RL n.F.). „Fair produziert" als pauschale Headline ohne ILO-Konformitäts-Nachweis, Fairtrade-Lizenz oder vergleichbares Zertifikat wird damit zum Risiko. Besonders kritisch: Eigen-Logos, die wie Fairtrade-Siegel aussehen, sind klassische Per-se-Verbote (Anhang I Nr. 4b — Pseudo-Zertifizierungen).
Wie reformulieren?
Konkrete Zertifizierung benennen: „Fairtrade-zertifiziert (FLO-ID XXXXX)". Bei eigenen Programmen ohne Drittzertifizierung den Prüfmechanismus nennen: „Direktbezug von Genossenschaft XY, jährliches Audit durch [externer Prüfer]". „Fair" als Solo-Wort sollte vermieden werden, solange kein anerkannter Standard dahintersteht.
Typische Fundstellen in der Praxis
- „Fair produzierte Kleidung" ohne Fairtrade-/GOTS-Zertifikat
- „Fair gehandelter Kaffee" ohne FLO-ID
- „Faires Eigen-Siegel" als selbst gestaltetes Logo
- „Fair zur Umwelt" als Sozial-Umwelt-Mix-Headline
Anerkannte Nachweis-Formen
- Fairtrade International (FLO)
- Fair Wear Foundation (Textil)
- World Fair Trade Organization (WFTO)
- Rainforest Alliance (mit Sozial-Standards)
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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Stand: 2026-06-08.